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Thema: Meine Interpretation bzgl. Missbrauch

Kami
Verfasst am: 20.11.2009, 13:44
Anmeldedatum: 20.11.2009 Beiträge: 1 Wohnort: NRW
Hallo zusammen,

ich habe den Film bereits vor einiger Zeit schon einmal gesehen und weiß noch, dass er mich unglaublich traurig gemacht hat. Ich konnte aber nicht greifen aus welchem Grund. Also habe ich ihn mir noch einmal angesehen und begreife nun die Intention, die der Film für mich hat. Diese möchte ich gerne in dem offiziellen Forum schreiben, um – neben den Gedanken bezüglich u.a. Zeitreisen – auch diese kritische Komponente in den Blickwinkel zu rücken. Mir ist klar, dass ich die Deutung lediglich aus dem Thema Missbrauch vornehme.

Donnie Darko hat „Visionen“ bzw. sieht einen Hasen vor sich, der ihm sagt, was er zutun hat. Ich gehe davon aus, dass diese Visionen ein Symptom von Missbrauch sind, d.h. Donnie hat demnach massive Tätersätze im Kopf hat, auf die er hört. Schlussendlich befiehlt ihm der Täter in seinem Kopf sich umzubringen.

Seine kleine Schwester tanzt in einer Tanzgruppe „sparkle motion“, die ganz klar auf Pädophile ausgerichtet ist. Kleine Mädchen in knappen Röcken, die sehr (und für Kinder unpassend) geschminkt sind und Tanzbewegungen ausführen, die durch Hüftschwünge aufreizend wirken sollen.

John Cunningham ist Täter. Er hat versteckt in seinem Haus kinderpornographischem Material bzw. scheint einen kompletten Raum voll damit zu haben, was eher auf einen Ring hindeutet als auf einen Einzeltäter.

Die ältere Schwester von Donnie sieht den Beitrag der Festnahme von J. Cunningham im Fernsehen und äußert daraufhin: „Mit dem Typen geht Daddy golfen.“ (Original-Zitat weiß ich nicht).

Für mich ist damit klar: der Vater von Donnie ist ebenfalls Täter. Er trifft sich mit einem im Film offenbarten Pädophilen (vermutlich Vorsteher eines Rings); sein Sohn hat ein Symptom, welches ich für mich klar mit Tätersätzen in Verbindung bringe und zerstört sich am Ende selbst; seine kleine Tochter wird benutzt, um aufreizend zu tanzen. Leider wird das im Film nicht weiter aufgedeckt, sondern unter den Tisch fallen lassen.

Weiter geschieht folgendes: Donnie, welcher den Pädophilenring aufdeckt, ist auf Grund seines Symptoms (welches für mich sein Ausdruck seines Missbrauchs ist) dafür verantwortlich, dass zwei Menschen sterben. Damit diese Menschen nicht sterben müssen, sondern leben können, muss Donnie sich selbst umbringen (lassen). Wenn Donnie sich umbringt, wird die Pädophilie von J. Cunningham nicht aufgedeckt.

Das bedeutet: wenn Menschen leben sollen, muss das Tätersystem (=Pädophile) unangetastet bleiben. Derjenige, der das Tätersystem aufdecken könnte, muss sich selbst umbringen, um andere nicht zu gefährden, so die für mich furchtbar paradoxe Aussage des Films.

Verschleiert wird diese Aussage durch das Bild am Ende des Films: J. Cunningham weint. Aus welchem Grund? Es wird suggeriert, dass er aus Reue weinen könnte. Da J. Cunningham Täter ist, ist das unmöglich. Jeder Täter glaubt im Recht zu sein und nichts Falsches zutun. Leider sind Pädophilenvereinigungen darauf bedacht weiterhin in der Gesellschaft zu vermitteln, dass es Täter gibt, die tatsächlich ihre Taten bedauern. Ich glaube das nicht. Kein Täter denkt, er handele falsch. Gerade das macht einen Täter ja aus: die Überzeugung von seinem eigenen Handeln und dieses als einzig gültiges zu Akzeptieren. Der weinende J. Cunningham ist also für mich eine Riesenverarsche. (Im Film findet sein Selbstmord nicht statt. Die dem Zuschauer gezeigte Intention ist also eine andere.)

Diese Aussage hat also dieser Film für mich persönlich. Daher finde ich ihn unsagbar traurig und sitze hilflos vor dem Bildschirm, während ich denke: „Das kann doch nicht die Lösung sein! Der Täter gewinnt.“ Resignation. „Wir lassen alles wie es ist, Täter machen ungehindert weiter, dann passiert (außer den Opfern) niemandem etwas, keiner wird sterben (außer die Opfer).“

Ich erwarte keine Zustimmung – wenn jemand nach dem Ende des Films ähnlich hilflos wie ich zurückgeblieben ist, könnte das für diese Person eine mögliche Deutung sein. Für diese Menschen habe ich meine Interpretation geschrieben. Und klar ist: Täter gewinnen nie! Die Aussage des Filmes ist also nicht die Wahrheit.

Liebe Grüße

K.
Oh Dae-Su
Verfasst am: 20.11.2009, 18:31
Anmeldedatum: 19.08.2006 Beiträge: 716
mh ja da hab ich damals auch solche andeutungen in anderen foren gelesen, da wurde auch darauf eingegangen das der vater pädophil sein könnte, siehe die szene wo er mit dem laubstaubsauger Elizabeth anpustet,
ist natürlich extrem weit hergeholt und halte ich auch für absurd aber interessant ist es schon was da alles so für vermutungen entstehen
hater
Verfasst am: 21.11.2009, 12:57
Anmeldedatum: 29.04.2009 Beiträge: 39
Wer die Hompage besucht (sehr informativ) wird folgendes entdecken
http://donniedarkofilm.com/news/index3.html
Es stimmt zwar, im Film kommt dies nie vor, aber wer den Film wirklich verstehen will sollte schonmal die Film-Homepage besuchen :P
Mesokosmos
Verfasst am: 10.12.2009, 20:52
Anmeldedatum: 10.12.2009 Beiträge: 1
Zitat:
Es wird suggeriert, dass er aus Reue weinen könnte. Da J. Cunningham Täter ist, ist das unmöglich. Jeder Täter glaubt im Recht zu sein und nichts Falsches zutun. Leider sind Pädophilenvereinigungen darauf bedacht weiterhin in der Gesellschaft zu vermitteln, dass es Täter gibt, die tatsächlich ihre Taten bedauern. Ich glaube das nicht. Kein Täter denkt, er handele falsch. Gerade das macht einen Täter ja aus: die Überzeugung von seinem eigenen Handeln und dieses als einzig gültiges zu Akzeptieren.


Hallo Kami,

ich würde dich gerne bitten diese Gedanken zu überprüfen. Ich kann dir momentan leider keine wissenschaftliche Studie vorlegen (weil ich noch nicht danach gesucht habe und dies erst im Zuge deines Beitrages nachholen werde und wenn ich eine gefunden haben sollte, sie hier verlinken werde), die beweist, dass die meisten Gewaltstraftaten instinktiv, also emotionsgesteuert geschehen und dementsprechend unterbewusst und nicht von den Tätern bewusst gesteuert werden können.

Allerdings kann ich von meinen Erfahrungen aus mehreren (glaubwürdigen) Täteraussagen in Tv-Reportagen und meinen eigenen Gedanken darüber berichten, dass es in der Tat bei Verbrechen, die starke Emotionen auslösen, dem Täter nicht mehr möglich ist "einzuschreiten" und sich selbst an der Ausübung der Tat zu hindern. Dafür wäre ein spezielles Training durch Therapeuten nötig, die den potenziellen Täter zuvor mit psychologischen Interventionswerkzeugen ausgestattet haben müssten.
Das Gewaltverbrechen geschieht sehr häufig impulsiv, triebgesteuert, unüberlegt und unbewusst und die Täter scheinen im Nachhinein emotional sehr stark durch Selbstzweifel und anderen Vorwürfen belastet zu sein. Diese Spannung ist ja auch durchaus verständlich, wenn du dir vorstellst, dass du eine von deinem bewussten, moralisch denkendem Ich losgelöste Tat zur Triebbefriedigung ausgeübt hast, die komplett gegen die gesellschaftliche und sogar gegen deine eigene Moral gerichtet ist.
Du wirst sicherlich auch mal die "Kontrolle" über dich verloren und jemanden angeschrien haben und direkt danach Reue gespürt haben, so unüberlegt gehandelt zu haben. In diesem Fall waren bei dir sicherlich nur ein Bruchteil von der Emotionalen Intensität vorhanden, wie die überwältigenden Emotionen, die besonders triebgesteuerte Menschen haben, die aufgrund ihrer Vergangenheit keine Interventionswerkzeuge von Autoritäten in die Hand bekommen haben um sich selbst zurückzunehmen.

Wenn du dir sicher sein willst, wie die meisten Menschen in solchen Situationen reagieren, solltest du, genauso wie ich es jetzt durch dich angeregt erneut tuen werde, mal im Internet zu dem Thema recherchieren.
Denn es ist sicherlich angebracht genau bescheid zu wissen, wie es zu solchen Extremsituationen kommt (Prägung etc.), um festzustellen wie hilflos doch oft die Täter selbst sind und um nicht in ein Muster der Entmenschlichung von Täter zu verfallen.

Es sei an dieser Stelle auf den Film, "Der freie Wille" mit Jürgen Vogel hingewiesen, der diese Hilflosigkeit aufzeigt.
Inwiefern dieser den aktuellen wissenschaftlichen Stand der Dinge zu diesem Thema aufgreift, muss durch uns durch eine Recherche und eigene Gedanken geklärt werden.

Hoffe dir eine andere Perspektive auf die Dinge ermöglicht zu haben, Kami.

Grüße,
Carl

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