| |
| Autor |
Nachricht |
Thema: Gedichte |
| flamic |
Verfasst am: 04.08.2006, 20:25 |
|
|
Site Admin
Anmeldedatum: 10.05.2006
Beiträge: 1152
Wohnort: Rostock
|
Kia
» 17.04.05 18:44 «
--------------------------------------------------------------------------------
Hi, kennt ihr vll ein paar gute Gedichte(muss eins für die schule auswendig lerne)? Vielen Dank im Vorraus.
Meister Lampe
» 17.04.05 19:45 «
--------------------------------------------------------------------------------
Der Erlkönig
Fadda und Kind
Reiten im Wind
Kommt 'n Mann
Quatsch se an
Ob der Kleene
Nicht mitkommen kann.
Fadda: "Oh je"
Kind: "Weh, weh"
Fadda nach Haus
Kind tot. Aus.
Azathoth
» 17.04.05 19:50 «
--------------------------------------------------------------------------------
was hast denn am liebsten?
modern+negativ: Heym- Die Tote im Wasser (wohl zu lang)
Kaschnitz: Ich früher (wohl gut geeignet)
modern-amüsant: irgendwas von Ernst Jandl
klassisch: Goethe- Römische Elegien(eine davon )
wohl ein Klassiker unter den Schulgedichten: Eichendorff- Mondnacht (meine Empfehlung, auch wenn ich es nicht mag )
Zanderdan
» 18.04.05 08:41 «
--------------------------------------------------------------------------------
Wie wärs denn hiermit, leicht zu erlernen und vielleicht wider dem ersten Anschein ein echter Klassiker des Expressionismus (http://www.wolfgang.richardt.info/5-20.htm). Ansonsten empfehle ich die "Terzinen über Vergänglichkeit" von Hofmannstal, was von der Länge her auch beherrschbar sein müsste.
Jakob van Hoddis: Weltende
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut.
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei,
Und an den Küsten - liest man - steigt die Flut.
Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.
fb
» 18.04.05 10:10 «
--------------------------------------------------------------------------------
Zur Abwechslung mal was was Romantisches:
Was es ist
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe
[Erich Fried]
lori
» 18.04.05 11:43 «
--------------------------------------------------------------------------------
ich und du
müller's kuh
müller's esel
das bist du
äh...
ja
chess
» 18.04.05 14:54 «
--------------------------------------------------------------------------------
Leilied bei Ungewinster
Tschill tschill mein möhliges Krieb
Draußen schnirrt höhliges Stieb
Draußen schwirrt kreinige Trucht
Du aber bist meine Jucht
Du aber bist was mich tröhlt
Dir bin ich immer gefröhlt
Du bist mein einziges Schnülp
Du bist mein Holp und mein Hülp
Wenn ich allein lieg im Schnieb
denk ich an dich mein Krieb
Erich Fried (1980)
Auch ein tolles Gedicht ist "licht" (1970) von Gerhard Rühm, aber eher ungeeignet zum Vortragen
chess
» 18.04.05 15:06 «
--------------------------------------------------------------------------------
Eins meiner absoluten Lieblingsgedichte!
Kreuz- oder Paarreim, kannste dir aussuchen:
As I was walking up the stair
I met a man who wasn't there
He wasn't there again today
I wish, I wish he'd stay away
Als ich die Treppe hat´ erklommen
traf ich `nen Mann der war nicht dort
Auch heute ist er nicht gekommen
Ich wollt´ er blieb für immer fort
Hughes Mearns
Zanderdan
» 18.04.05 15:06 «
--------------------------------------------------------------------------------
Also, der Erich Fried scheint ja doch noch nicht in Vergessenheit geraten zu sein. Schade.
Ja seid ihr denn alle 68er?
fb
» 18.04.05 15:46 «
--------------------------------------------------------------------------------
Wem der Fried nicht gefällt, für den hab ich noch einen Rilke.
Passt auch ganz gut zu Donnie Darko, Cheritas "Autumn Angel" und Eddies Laubgebläse:
Herbsttag
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
[Rainer Maria Rilke]
georges
» 18.04.05 16:06 «
--------------------------------------------------------------------------------
jaja, der fried und sein hippiegesülz...hinfort damit. hier einer meiner allzeitfavoriten (etwas länger, aber die lacher sind dem interpreten sicher):
DIE BALLADE VON DER SEXUELLEN HÖRIGKEIT
(Bertolt Brecht)
Da ist nun einer schon der Satan selber
Der Metzger: er! und alle andern: Kälber!
Der frechste Hund! Der schlimmste Hurentreiber!
Wer kocht ihn ab, der alle abkocht? Weiber!
Das fragt nicht, ob er will — er ist bereit.
Das ist die sexuelle Hörigkeit.
Der glaubt nicht an die Bibel, nicht ans BGB.
Er meint, er ist der größte Egoist.
Weiß, daß wer’n Weib sieht, schon verschoben ist.
Drum duldet er kein Weib in seine Näh:
Er soll den Tag nicht vor dem Abend loben
Denn vor es Nacht wird, liegt er wieder droben.
So mancher Mann sah manchen Mann verrecken
Ein großer Geist blieb in ‘ner Hure stecken!
Und die’s mit ansahn, was sie sich auch schwuren —
Als sie verreckten, wer begrub sie? Huren!
Das fragt nicht, ob er will — er ist bereit.
Das ist die sexuelle Hörigkeit.
Der hält sich an die Bibel! Der ans BGB!
Er ist ein Christ und der ein Anarchist!
Am Mittag zwingt man sich, daß man nicht Sellerie frißt.
Nachmittags weiht man sich noch eilig ‘ner Idee.
Am Abend sagt man: Mit mir geht’s nach oben.
Doch vor es Nacht wird, liegt man wieder droben.
Da steht nun einer fast schon unterm Galgen
Der Kalk ist schon gekauft, ihn einzukalken.
Sein Leben hängt an einem brüch’gen Fädchen.
Und was hat er im Kopf, der Bursche? Mädchen!
Schon unterm Galgen, ist er noch bereit.
Das ist die sexuelle Hörigkeit.
Er ist schon sowieso verkauft mit Haut und Haar.
Bei ihr hat er den Judaslohn gesehn.
Und er beginnt nun zu verstehn
Daß ihm das Weibes Loch das Grabloch war.
Und er mag wüten gegen sich und toben —
Doch bevor es Nacht wird, liegt er wieder droben.
Zanderdan
» 18.04.05 16:25 «
--------------------------------------------------------------------------------
Jawoll, der Rilke steht dir schon viel besser, fb.
@Kia: überleg dir doch mal, ob du deinen Lehrer nicht schockieren willst, indem du die kompletten Duineser Elegien aufsagst.
Oder sonst hätt ich auch noch was von dem Brecht, das man auch noch in der kleinen Pause vorher lernen kann (zitiert aus dem Gedächtnis):
Radwechsel
Ich sitze im Wagen und der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gerne wo ich herkomme.
Ich bin nicht gerne wo ich hinfahre.
Warum nur sehe ich den Radwechsel mit Ungeduld?
Meister Lampe
» 18.04.05 16:44 «
--------------------------------------------------------------------------------
Wie Kia noch kein Wort gesagt hat *g*. Wahrscheinlich hat sich sich bereits so nen Vierzeiler aus dem Netz gesaugt, hehe, würd ich ja nicht anders machen.
Außerdem: Erich Fried is ja wohl astrein!!! Ich hab nen ganzen Gedichtband von dem Kerl *g*.
georges
» 18.04.05 16:45 «
--------------------------------------------------------------------------------
hmmmmmmm, also der späte brecht mit seiner hirnwichserlyrik??? ne, ne, ne, is mir für "lyrik" dann doch zuviel "logik"...da bleib ich lieber bei den liedern zur klampfe aus der jugendzeit, "hauspostille" und so...
Kia
» 18.04.05 19:49 «
--------------------------------------------------------------------------------
Eigentlich muss das Gedicht ja 16 Zeilen haben ( Die Gedichte sind trotzdem nicht schlecht!), aber trotzdem danke.
Zanderdan
» 18.04.05 20:30 «
--------------------------------------------------------------------------------
Also das mit den 16 Zeilen ist jawohl die fadenscheinigste Ausrede. Sags doch einfach, dass dir georges Hauspostille nicht passt. Auch ein studierender Medienwissenschaftler kann schliesslich mal daneben hauen. Ist doch nichts dabei.
Kia
» 18.04.05 21:25 «
--------------------------------------------------------------------------------
Ich meinte eigentlich mindestens 16 Zeilen und das von George fand ich etwas lang (ich HASSE auswendig lernen)!
Azathoth
» 18.04.05 22:05 «
--------------------------------------------------------------------------------
das war letztes Jahr im Abi dran:
Marie Luise Kaschnitz: Ich früher (1972)
Ich früher kam euch bedrohlich
Packte euch an der Gurgel
Überschüttete euch
Mit Asche und Lava
Rief euch zurück ins Gedächtnis
Eure Ewigen Niederlagen
Malte euch an die Wand
Die alte Schreckschrift
Welt unter
Nicht weiter
So
Nicht weiter
Auf Prosperos Inseln
Meine Gedichte von morgen
Haben keine erkennbaren Worte mehr
Auch keine verschlüsselten
Nur
Regentropfen und Tränen
Sanft
Auf ein moosgrünes Wasser
Dong
Darong
Dong
musst du wissen, ob dir ein Gedicht ohne festen Rhythmus oder eben was "klassisches" lieber ist.
ich mochte Gedichte in loser Form immer gern, kann man selber ein bisschen reininterpretieren (und der Lehrkörper normalerweise schlecht widersprechen )
ella
» 14.03.06 16:06 « sexy_ella90@web.de
--------------------------------------------------------------------------------
hi..könnt ihr mir helfen, ich muss das gedicht, leilied bei ungewinster umschrieben, die erfundenen wörter ersetzten.
bitte helft mir.
Tschill, tschill mein möhliges Krieb
Draußen schnirrt höhliges Schnieb
Draußen schwirrt kreinige Trucht
Du aber bist meine Jucht.
Du aber bist, was mich tröhlt
Dir bin ich immer gefröhlt.
Du bist mein einziges Schnülp
Du bist mein Holp und mein Hülp.
Wenn ich allein lieg im Schnieb
denk ich an dich, mein Krieb. |
|
|
| Nach oben |
|
|
|
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen. |
|
|