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Thema: Meine Interpretation (Facharbeit)

Donna Darko
Verfasst am: 12.06.2007, 10:32
Anmeldedatum: 23.03.2007 Beiträge: 888
Very Happy Very Happy Very Happy hab ne 2!! Very Happy Very Happy Very Happy

konnte meinen lehrer wohl doch noch von DD überzeugen.

ich hab mir überlegt, erstmal meine interpretation hier rein zu stellen, szenen- und dialoganalyse kann ich ja bei interesse noch nachreichen.

dann viel spaß^^ (wer rechtschreibfehler findet, darf sie behalten Wink , ne im ernst, da sind n paar drin, für meine verhältnisse sogar ziemlich viele, aber ich hab keine lust, die jetzt alle zu berichtigen)



VII. Donnie Darko Interpretation
Ein Film mit einem Riesenhasen. Wenn dies das Erste ist, was man über „Donnie Darko“ hört, dann ist man entweder interessiert und möchte den Film unbedingt einmal sehen oder man ist sogleich irritiert und möchte sich eigentlich gar nicht mehr mit ihm beschäftigen. Doch hinter der plumpen Fassade des übergroßen Hasen steckt weit mehr, als man auf den ersten Blick erwartet. Zuerst ist einmal zu sagen, dass „Donnie Darko“ keinem Filmgenre richtig zuzuordnen ist. Wer Liebesfilme mag, wird in ihm eine Liebesgeschichte finden und auch der Science-Fiction-Fan wird mit „Donnie Darko“ zufrieden sein.
Das eigentlich Interessante an diesem Film ist aber, dass es keine eindeutige Erklärung oder Interpretation für ihn gibt. Nicht einmal Drehbuchautor und Regisseur Richard Kelly kann oder will den Film eindeutig erläutern. Natürlich gibt es auf diversen Internetseiten oder in Internetforen massenhaft Interpretationen, aber natürlich gehen bei einem solchen Film die Meinungen weit auseinander.
Ich persönlich war von keiner bisher gelesenen Interpretation wirklich überzeugt. Schließlich kam ich zu der Überzeugung, mit Hilfe der „Philosophie des Zeitreisens“ (siehe Anhang oder Quellenverzeichnis) den Film selbst zu interpretieren:

Der Film startet damit, dass die Hauptperson Donnie Darko in der Morgendämmerung mitten auf einer einsamen Straße liegt. Diese im ersten Moment merkwürdig wirkende Situation lässt sich darauf zurückführen, dass Donnie, wie später im Film auch noch gesagt wird, Schlafwandler ist. Das merkwürdige Grinsen Donnies kurz bevor der Filmtitel erscheint, ist, denke ich, auf eine Vorahnung der kommenden Geschehnisse zurückzuführen.
Als Donnie schließlich mit dem Fahrrad nach Hause fährt, kommt ihm ein rotes Auto (TransAm) entgegen (bei ca. 3 min). Auf diesen Wagen werde ich später noch einmal zurückkommen.
Nach der Szene, in der die ganze Familie Darko beim Abendessen sitzt, folgt die nächste Szene, in der Donnies Vater Edward Fernsehen schaut, da er nicht schlafen kann. Dann wird eine Standuhr eingeblendet, die zwölf Uhr zeigt. Kurz darauf erscheint die Zeitangabe „2. Oktober 1988“. Diese Angeben werden mehrmals im Film erscheinen, um dem Zuschauer die Orientierung zu erleichtern.
Mit dieser ersten Zeiteinblendung beginnt nun das Tangentenuniversum. Das, was vom Anfang des Films bis hierhin passiert ist, geschah also noch im Primäruniversum. Das Tangentenuniversum wird in Roberta Sparrows Buch „Die Philosophie des Zeitreisens“ (was Donnie erst später im Film erhält) wie folgt beschrieben: „Das primäre Universum ist mit großen Gefahren beladen. Krieg, Seuchen, Hungersnot, und Naturkatastrophen sind alltäglich. […] Sollte ein Tagentenuniversum entstehen, wird es höchst instabil sein und sich nicht länger als einige Wochen aufrecht erhalten können.“ Dies wird im späteren Verlauf des Films auch der Fall sein, denn das Tangentenuniversum existiert nur 28 Tage.
Donnie wird also von Frank, einem übergroßen Hasen, geweckt und dieser prophezeit ihm, dass in 28 Tagen, sechs Stunden, 42 Minuten und zwölf Sekunden die Welt untergehen werde. Donnie scheint vor dieser abstrakt wirkenden Figur keine Angst zu haben, er lächelt sogar. Dies hängt damit zusammen, dass die Geschehnisse im Tangentenuniversum schon ihren Lauf genommen haben. Donnie ist also schon der lebende Empfänger. In Kapitel sechs der „Philosophie des Zeitreisens“ wird er so beschrieben: „[…] Niemand weiß, wie und weshalb ein Empfänger gewählt wird. […] Der lebende Empfänger wird während seines Aufenthalts im Tangentenuniversum oft von schrecklichen Träumen, Visionen und akustischen Halluzinationen gepeinigt.“ Dazu gehört auch der Hase Frank, den, wie später im Film einmal deutlich wird, nur Donnie sehen kann.
Donnies Aufgabe ist es also, die Welt zu retten: „Der lebende Empfänger wurde auserwählt, dem Artefakt die Position für seine Rückreise in das Hauptuniversum zu weisen.“ (Kapitel sechs).
Nun schlägt die Flugzeugturbine ins Haus der Darkos ein und fällt direkt in Donnies Zimmer. Sie ist das besagte Artefakt: „Artefakte sind die ersten Anzeichen für die Bildung eines Tangentenuniversums. […] Artefakte sind beschaffen aus Metall […].“ (Kapitel vier). Flugzeugturbinen sind ja bekanntlich aus Metall.
Als Donnie nach Hause zurückkehrt, wird das Flugzeugteil gerade aus seinem Zimmer entfernt. Er hat also nur durch Franks Warnung überlebt.
Die Familie muss außerdem ein Formular unterschreiben, da niemand weiß, woher die Turbine stammt (Kapitel vier: „Artefakte […] werden meist mit religiösen Vorbildern in Verbindung gebracht, da sich ihre Erscheinung auf der Erde einer logischen Erklärung entzieht.“).
Schließlich lernt Donnie in der Schule Gretchen Ross kennen. Sie ist eine der beiden manipulierten Toten, da sie später im Film im Tangentenuniversum sterben wird (Kapitel zehn: „Die manipulierten Toten werden dem lebenden Empfänger eine sichere Falle stellen, um sicherzugehen, dass das Artefakt wohlbehalten zum Primäruniversum zurückkehrt.“).
Genau wie Gretchen ist auch der Hase Frank ein manipulierter Toter, was auch in den Notizen von Roberta Sparrows Buch anhand der Notizen zu erkennen ist.
Auf dem Weg zu Donnies Therapiestunde treffen er und sein Vater auf Roberta Sparrow, die auch des Öfteren „Grandma Death“ genannt wird. Sie sagt Donnie, dass jedes Lebewesen auf dieser Welt für sich allein stirbt. Dies ist der erste Hinweis für Donnie, dass er am Ende sterben wird/sich opfern muss, jedoch hat er noch keine Ahnung davon, was wirklich auf ihn zukommt, da er die „Philosophie des Zeitreisens“ noch nicht besitzt.
In der nächsten Szene während der Therapiesitzung bei Dr. Thurman wird deutlich, warum Donnie bei ihrer ersten Begegnung keine Angst vor Frank hatte, obwohl er ja sehr gruselig wirkt, gerade, weil man nicht weiß, wer hinter der Maske steckt: Er sieht Frank als Freund, da er ihn vor der Turbine gerettet hat (Donnie: „Ich habe einen neuen Freund.“).
Nun folgt Donnies zweite Begegnung mit Frank. Zuerst hat er eine wie in der „Philosophie des Zeitreisens“ erwähnte Vision. Er sieht Teile seiner Schule, die mit Wasser geflutet ist. Kurz danach sieht man ihn mit einer Axt eine Hauptwasserleitung durchtrennen. Immer ist Frank im Hintergrund zu sehen, sodass der Zuschauer erkennt, dass Donnie von ihm gezwungen wird, die Schule zu fluten.
Am nächsten Tag fällt als Konsequenz dann die Schule aus, da sie überflutet ist. Des Weiteren ist eine Axt in das Maskottchen der Schule, eine massive Bronzestatue in Form eines Hundes, gerammt worden. Donnie war es möglich, die Axt in den Kopf zu rammen, da er als lebender Empfänger mit übersinnlichen Kräften ausgestattet ist (Kapitel sechs: „Der Empfänger ist meist gesegnet mit Kräften der vierten Dimension. Zu diesen gehören große Stärke […].“ ).
Außerdem steht auf dem Boden vor der Schule „They made me do it“ (Sie haben mich gezwungen) in übergroßen Lettern geschrieben. Da Donnie aber nur von einer Person, Frank, kontrolliert wird, fragt sich der Zuschauer natürlich, für wen das „they“ (sie) steht. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Das „Y“ des Wortes „they“ steht bei genauerer Betrachtung nicht auf der Höhe der anderen Buchstaben des Wortes, wie es ja eigentlich der Fall sein müsste. Schaut man sich den Buchstaben „Y“ einmal genauer an, so erinnert er doch stark an einen Hasen. Die gerade Linie ist sein Körper und die oberen beiden Striche stellen seine Ohren dar. Folglich steht das „Y“ also für Frank. Daher heißt der Satz nun auch „The Y made me do it“ (Der Hase hat mich gezwungen).
In der folgenden Szene trifft Donnie auf Gretchen, sie unterhalten sich und kommen schließlich zusammen. Er musste also die Schule fluten, ansonsten hätte er Gretchen nicht kennen lernen können, weil sie sonst nicht gemeinsam nach Hause gegangen wären. Hier wird also noch einmal deutlich, dass Donnie mit Hilfe der manipulierten Toten das Artefakt, die Turbine, wieder in der Zeit zurück zum primären Universum schicken muss, sodass eine Zeitschleife entsteht.
An dieser Stelle ist es sinnvoll zu erwähnen, dass es nicht nur manipulierte Tote, sondern auch manipulierte Lebende gibt. In den Notizen der „Philosophie des Zeitreisens“ findet sich eine Liste der manipulierten Lebenden, sowie der Toten. Des Weiteren wird auch in Kapitel sieben gesagt: „Die manipulierten Lebenden sind oftmals enge Freunde und Nachbarn des Lebenden Empfängers.“ Auch diese helfen Donnie, das Artefakt sicher zurückzubringen. Der einzige Unterschied zu den manipulierten Toten besteht darin, dass sie nicht im Tangentenuniversum sterben.
Bei Donnies nächster Begegnung mit Frank, während seine Eltern bei einem Elterntreffen wegen der gefluteten Schule sind, beruhigt Frank ihn, dass sie ihn nicht erwischen werden. Dann versucht Donnie, den Hasen zu berühren und stößt dabei gegen eine unsichtbare Wand, die bei der Berührung Wellen schlägt, als ob sie aus Wasser wäre. In Roberta Sparrows Buch heißt es dazu in Kapitel 2: „Wasser und Metall sind die Schlüsselelemente des Zeitreisens. Wasser ist das begrenzende Element für die Errichtung von Zeitportalen […].“
Dies ist ein erster Beleg dafür, dass Frank aus der Zukunft kommt, was Donnie in seiner ersten Therapiestunde schon behauptete: „Ich soll ihm folgen. […] In die Zukunft.“
Schließlich fragt Donnie, wie Frank es schaffe, diese „Wasserbarriere“ aufzubauen. Darauf antwortet er, dass er alles kann, was er wolle und Donnie könne dies auch. Hier ist wieder eine Anspielung auf seine außergewöhnlichen Kräfte als lebender Empfänger zu finden.
Als Frank dann von Donnie gefragt wird, woher er komme, verweist dieser wieder indirekt auf die Zukunft, indem er ihm die Gegenfrage stellt, ob er an Zeitreisen glaube. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Frank aus der Zukunft kommt.
Da Donnie nun sehr interessiert am Thema Zeitreisen ist, wendet er sich an seinen Physiklehrer Dr. Kenneth Monnitoff. Dieser ist, wie alle Menschen in Donnies Umgebung, auch ein manipulierter Lebender, sodass ihm auch die Aufgabe zuteil wird, dem lebendem Empfänger zu helfen, das Artefakt zurückzubringen. Er gibt ihm schließlich Roberta Sparrows Buch „Die Philosophie des Zeitreisens“. Ab jetzt wird Donnie also über seine Bestimmung aufgeklärt und er realisiert, dass er der lebende Empfänger ist und die Welt retten muss.
In einer der nächsten Szenen sieht Donnie dann plötzlich wasserartige „Kanäle“, die den Menschen wie Pfeile aus der Brust wachsen. Sein eigener Kanal führt ihn zu einer im Schlafzimmer seiner Eltern versteckten Waffe. Mit dieser wird er später Frank töten. Die Kanäle sind auch in Roberta Sparrows Buch beschrieben, allerdings nur als Bilder. Spätestens da erkennt Donnie, dass das alles kein Zufall sein kann und dass er wirklich der lebende Empfänger sein muss.
Nun begegnet Donnie dem Hasen ein weiteres Mal. Da er aber diesmal das Wissen aus der „Philosophie des Zeitreisens“ besitzt, und dadurch über die Barriere aus Wasser zwischen ihm und Frank aufgeklärt ist, versucht er, ihr mit Metall entgegenzuwirken (Kapitel zwei: „Wasser und Metall sind die Schlüsselelemente des Zeitreisens.“ Er schlägt mit der Spitze eines Messers gegen die Barriere, dabei beginnt Franks rechtes Auge zu leuchten, genau das Auge, dass später von Donnies Kugel getroffen wird.
Zeitgleich wird Donnies psychisches Leiden als „paranoide Schizophrenie“ diagnostiziert, was bedeutet, dass Dr. Thurman nicht an Franks Existenz glaubt. Bei der letzten Therapiesitzung im Film, bei der Frank Donnie erscheint, wird letztendlich ganz klar deutlich, dass sie Frank wirklich nicht sehen kann.
In einer der folgenden Szenen erkundigt sich Donnie bei Dr. Monnitoff über die Kanäle, die wie Pfeile aus der Brust der Menschen wachsen. Sein Lehrer weißt darauf hin, dass dies auch Gottesgewalt sein könnte. Da das Thema „Gott“ schon bei einer Therapiesitzung bei Dr. Thurman angesprochen wurde, macht es Donnie nachdenklich, dennoch nimmt er Monnitoffs Idee an.
Die Szene, in der Donnie, Gretchen und Frank im Kino sitzen, ist eine der spannendsten und aufschlussreichsten im Film. Darin fragt Donnie Frank, wieso er dieses Hasenkostüm trage. Diese Frage beschäftigt den Zuschauer wohl schon den ganzen Film lang. Wie sich später herausstellen wird, ist es ein Halloween-Kostüm. Aber um dem Zuschauer dies nicht vorwegzunehmen, stellt Frank die Gegenfrage: „Wieso hast du dieses blöde Menschenkostüm an?“ Dieser Satz, lässt sich, wie der gesamte Film auch, auf verschiedene Arten interpretieren. Ich persönlich denke, er ist auf Donnies späteres Halloween-Kostüm, ein menschliches Skelett, bezogen, denn dies trägt Donnie, wenn er Frank später erschießt. Da Frank ja aus der Zukunft kommt, weiß er also schon, was Donnie an Halloween tragen wird.
Auf Donnies Bitte hin legt Frank dann sein Kostüm ab. Zum Vorschein kommt ein zerschossenes Auge. Dies ist wiederum ein Beleg dafür, dass Frank aus der Zukunft kommt, da sein Auge ja erst später vom lebenden Empfänger angeschossen wird. Auf die Frage hin, was mit seinem Auge passiert sei, antwortet Frank, dass es ihm Leid tue. Damit meint er, dass es ihm Leid tut, dass er Donnies Freundin Gretchen später überfahren wird (und daraufhin von ihm erschossen wird). Da Frank, wie schon erwähnt, aus der Zukunft kommt, weiß er schon längst, dass alles so kommen wird/muss, damit die Turbine, das Artefakt, zurück in die Vergangenheit geschickt wird.
Des Weiteren zwingt Frank Donnie, Jim Cunninghams Haus anzuzünden. Er ist der ortsansässige Erfinder und Leiter der zweifelhaften „Lerne, die Angst zu besiegen“ – Seminare. Da Donnie Franks Befehlen gehorcht, zündet er das Haus an, wodurch dort ein Zimmer mit kinderpornographischen Aufnahmen gefunden wird. Diese Tatsache ist auch sehr wichtig dafür, dass die Turbine zurückgeschickt wird.
Da Donnies kleine Schwester Samantha mit ihrer Tanzgruppe den Talentwettbewerb, der von Jim Cunningham präsentiert wurde, gewonnen hat, muss Donnies Mutter Rose mit zum Finale des Wettbewerbs nach Los Angeles fliegen, da Kitty Farmer, die eigentliche Begleitperson, eine angebliche Verschwörungstheorie gegen Cunningham wittert und dagegen angehen will.
In der folgenden Therapiesitzung gibt Donnie unter Hypnose all die Dinge zu, die er in Franks Auftrag getan hat. Er weiß in dieser Situation auch, dass er der Auserwählte ist, der das Artefakt zurückbringen muss. Donnie weiß nur noch nicht, wie er das tun soll, denn er erwähnt auch, dass er den Plan hat, eine Zeitmaschine zu bauen. Er erkennt also noch nicht, dass es anders kommen wird. Des Weiteren wird hier deutlich, dass, wie vorher schon erwähnt, nur Donnie Frank wahrnehmen kann. Frank erscheint ihm, aber Dr. Thurman kann ihn offensichtlich nicht sehen.
Da Donnies große Schwester Elizabeth an der Harvard-Universität aufgenommen wurde, wollen die Geschwister ein Halloweenparty veranstalten, da die Eltern nicht zu Hause sind. Der Vater ist auf Geschäftsreise und die Mutter ist ja mit der Tanzgruppe der kleinen Schwester in Los Angeles.
Am Abend der Party kommt Gretchen schließlich zu Donnie, da ihre Mutter spurlos verschwunden ist. Plötzlich sieht Donnie wieder die Pfeile, die den Menschen aus der Brust wachsen. Sein eigener Pfeil führt ihn wiederum zu einer Stelle, die für den weiteren verlauf der Handlung von Bedeutung ist. Er findet eine Notiz am Kühlschrank: „Frank was here went to get beer“ (Frank war hier und holt noch Bier). Ab hier wird für die Zuschauer das erste Mal deutlich, dass Frank der Freund der Schwester ist. Allerdings ist dieser Frank nicht der Frank aus der Zukunft (mit dem angeschossenen Auge), sondern der Frank, der nachher noch von Donnie erschossen wird. Ein und dieselbe Person existiert also zwei Mal, allerdings ist der Frank aus der Zukunft nur für den Lebenden Empfänger sichtbar.
Plötzlich gerät Donnie mit seinem Gesicht in Gretchens Pfeil, er sieht einen Wolkenkanal (durch den später die Turbine zurückfliegen wird) und hört das Wort „Cellar Door“ (Kellertür). Dieses Wort wurde ihm vorher im Film von Karen Pomeroy, seiner Lehrerin gesagt, die ja, wie alle Donnies andere Mitmenschen auch, eine manipulierte Lebende ist. Hier wird abermals deutlich, dass nicht nur die manipulierten Toten dem lebenden Empfänger helfen, dass Artefakt sicher zurückzubringen.
Donnie scheint den „Cellar Door“ – Hinweis verstanden zu haben, denn er macht sich mit Gretchen und seinen zwei Freunden auf den Weg zu Roberta Sparrows Haus. Dort betritt er mit Gretchen die Kellertür (Cellar Door) des Hauses und sie werden sogleich von Donnies Erzfeinden Seth und Ricky angegriffen. Gretchen wird auf die Straße geschleudert, während Donnie von Seth bedroht wird. Als aus der Ferne ein Auto auf sie zukommt, sagt Donnie: „Deus ex machina“. Dieser lateinische Ausdruck bezeichnete im antiken Theater das Auftreten einer Gottheit mit Hilfe einer Bühnenmaschinerie. Donnie ist in dieser Situation davon überzeugt, dass in dem Auto (machina) der „Retter“ (deus) sitzt. Vielleicht hat er auch eine Ahnung, dass Frank in dem Auto sitzt, er ihn erschießen muss und er somit in der Lage sein wird, das Artefakt zurückzuschicken.
Das Auto, das übrigens der am Anfang erwähnte TransAm ist, der an Donnie vorbeifährt, weicht der plötzlich auf der Straße Roberta Sparrow aus und überfährt Gretchen. Somit wird sie zu einer manipulierten Toten, da sie nun im Tangentenuniversum verstorben ist.
Nun steigt Frank aus dem Auto aus. Er ist allerdings nicht der Frank, der Donnie die Befehle gegeben hat. Erst als Donnie ihn schließlich aus Wut über Gretchens Tod erschießt (er trifft ihn ins rechte Auge), wird er auch zum manipulierten Toten und konnte Donnie somit erst die Befehle geben. Bevor er jedoch erschossen wird, sieht er Donnie in seinem Kostüm, deshalb fragt er ihn auch in der Kinoszene, warum er dieses Menschenkostüm anhabe. Auch Franks abstraktes Hasenkostüm wird hier endlich als Halloween - Maskerade deutlich.
Am nächsten Morgen öffnet sich das Zeitportal über dem Haus der Darkos, durch das die Turbine, also das Artefakt, zurückgeschickt werden soll. Dann sieht der Zuschauer Rose und Samantha Darko im Flugzeug sitzen. Plötzlich reißt die Turbine ab und fällt in das Portal.
Nun fragt man sich natürlich, ob das Flugzeug abstürzt und Samantha und Rose somit sterben. Ich denke nein, da sie erstens keine manipulierten Toten sind, was sie ja wären, wenn sie im Tangentenuniversum sterben würden. Und zweitens dreht Donnie ja genau in dem Moment, wenn das Flugzeug eigentlich abstürzen sollte, die Zeit zurück oder sie dreht sich selbst zurück, da das von Frank am Anfang gesetzte Ultimatum abgelaufen ist. Donnie stirbt somit selber, da er später noch von der Turbine erschlagen wird. Um zu verstehen, dass die Mutter und die Schwester dann nicht im Flugzeug sitzen würden, muss man sich die Geschehnisse noch einmal vor Augen führen: Jim Cunningham ist ja auch ein manipulierter Lebender, so kann er sich schwach an die Dinge des Tangentenuniversums erinnern (Kapitel zwölf: „Diejenigen, die sich doch an die Reise erinnern, überkommt häufig eine schwere Reue für die bedauernswerten Taten, die in ihren Träumen schlummern.“). Somit scheint Cunningham sich selbst zu töten, da er einsieht, was er den Kindern durch sein pädophiles Verhalten angetan hat. Dass er tot ist, lässt sich durch Roberta Sparrows Notizen in der „Philosophie des Zeitreisens“ belegen. Dadurch, dass er stirbt, findet der Talentwettbewerb nicht statt, sodass Kitty Farmer sich nicht für ihn einsetzen muss und somit bittet sie auch nicht Donnies Mutter darum, mitzufliegen. Selbst wenn der Wettbewerb stattfände, würde Samantha sicher nicht mitfliegen wollen, da sie gerade ihren Bruder verloren hat. Somit leben sie beide weiter.
Nachdem die Zeit nun as zurückgedreht wurde und somit auch das Tangentenuniversum endet und alles wieder im primären Universum stattfindet, sieht man Donnie wie am Anfang in seinem Bett liegen. Vorher erfährt der Zuschauer noch, dass Roberta Sparrow endlich einen Brief bekommen hat – vom lebenden Empfänger Donnie. Sie bekommt nun den Brief, auf den sie schon so lange gewartet hat.
Donnie liegt nun also in seinem Bett. Er lacht. Dieses Lachen kann mehrfach gedeutet werden: Zum Einen könnte es sein, dass Donnie gerade aufgewacht ist und denkt, dass er alles nur geträumt hat und zum Anderen könnte es Erleichterung darüber ausdrücken, dass er endlich geschafft hat, was ihm als lebenden Empfänger vorbestimmt war. Er wird/ lässt sich also von der Turbine erschlagen.
Am 2. Oktober dann, wenn anfangs im Film das Tangentenuniversum beginnt, geht die Handlung aber im Primäruniversum weiter. Ein paar der manipulierten Lebenden erwachen aus ihrem Schlaf und erinnern sich vage an das, was im Tangentenuniversum passiert ist. Kitty Farmer zum Beispiel realisiert, dass Jim Cunningham doch eine pädophile Neigung besitzt und ist entsetzt darüber. Auch Cunningham selbst zeigt Reue für das, was er im Tangentenuniversum getan hat, was durch sein Weinen deutlich wird.
Cherita, die etwas korpulentere Chinesin, die immer gehänselt wird, lächelt, weil sie in Donnie verleibt ist und sie sich erinnern kann, wie er im Tangentenuniversum zu ihr gesagt hat, dass eines Tages alles besser für sie sein würde.
Frank streicht sich über sein im Tangentenuniversum angeschossenes Auge, denn auch er erinnert sich an die Geschehnisse. Am Morgen darauf wird Donnies Leiche aus seinem Elternhaus getragen und Gretchen kommt zufällig vorbei. Eigentlich dürfte sie Donnie ja gar nicht kennen, aber da auch sie vage Erinnerungen hat, winkt sie der trauernden Rose Darko als Zeichen der Anteilnahme zu.

Die vorausgegangene Interpretation ist eine von sehr vielen Möglichkeiten, diesen Film zu interpretieren. Dennoch gibt es noch eine Menge ungeklärter Fragen, wie zum Beispiel, welche Rolle die Chinesin Cherita Chen spielt, denn ihre Rolle hat für das Vorankommen der Handlung keine Bedeutung, aber dennoch wird sie sehr oft gezeigt.
„Donnie Darko“ wird wohl nie ganz zu entschlüsseln sein, immer werden Fragen offen bleiben, immer wird es neue Möglichkeiten der Interpretation geben. Aber ist es nicht das, was diesen Film so interessant macht?




bitte um stellungnahme von euch!

(hatte eigentlich auch noch ne schematische darstellung der ereignisse angefertigt, aber die is jetzt nicht so spektakulär und eigentlich braucht man die auch nicht, wenn man sich vorher schonmal mit dem film beschäftigt hat.)
chess
Verfasst am: 12.06.2007, 21:32
Moderator Anmeldedatum: 15.07.2006 Beiträge: 507
Very Happy Herzlichen Glückwunsch zur 2! Very Happy
ich finde der text ist gut geschrieben. zwar kommt da die "Y"-theorie vor, die ich nicht so doll finde, aber wie du ja geschrieben hast und wir alle wissen gibt es viele interpretationen. außerdem hast du sie gut untergebracht und überzeugend dargestellt Smile
vielleicht ist dein lehrer ja jetzt auf den geschmack gekommen und besucht uns mal Wink Very Happy
flamic
Verfasst am: 12.06.2007, 21:59
Site Admin Anmeldedatum: 10.05.2006 Beiträge: 1152 Wohnort: Rostock
Ich weiß nicht, ob sie es sol toll findet, wenn Ihr Lehrer hier ständig unterwegs ist Wink

Auch von mir:

Very Happy Herzlichen Glückwunsch zur 2! Very Happy

Ich mag die "Y"-Theorie übrigens richtig gerne Very Happy
Oh Dae-Su
Verfasst am: 12.06.2007, 22:22
Anmeldedatum: 19.08.2006 Beiträge: 716
Bei diesem ja wirklich komlizierten Thema gut rübergebracht.
JaRaDa
Verfasst am: 12.06.2007, 23:00
Moderator Anmeldedatum: 14.07.2006 Beiträge: 1173 Wohnort: Kaltenkirchen
Auch von mir erstmal Glückwunsch zur 2, auch wenn ich den Text bisher noch nicht gelesen habe... Rolling Eyes Very Happy

Mach ich wohl morgen, für heute ist es mir zu spät. Wink
VespeR
Verfasst am: 13.06.2007, 11:30
Anmeldedatum: 15.05.2007 Beiträge: 5
hey!
der text ist echt super!
...aber warum fangt er mit VII (7.) an?
was steht in den anderen 6. kapiteln?

greetz tanja
p.s.: glückwunsch zur 2 =)
Gloimann
Verfasst am: 13.06.2007, 15:54
Anmeldedatum: 04.09.2006 Beiträge: 501 Wohnort: Pinneberg
Jo von mir auch.
Donna Darko
Verfasst am: 13.06.2007, 16:38
Anmeldedatum: 23.03.2007 Beiträge: 888
ein riesengroßes DANKESCHÖN an euch alle! Very Happy Very Happy


Zitat:
vielleicht ist dein lehrer ja jetzt auf den geschmack gekommen und besucht uns mal


Zitat:
Ich weiß nicht, ob sie es sol toll findet, wenn Ihr Lehrer hier ständig unterwegs ist


ne, eher nicht, aber wer weiß, vielleicht ist er ja schon hier Confused Wink


Zitat:
auch wenn ich den Text bisher noch nicht gelesen habe...

Mach ich wohl morgen, für heute ist es mir zu spät.


ja, sonst verpasst du was! Rolling Eyes Wink

Zitat:
...aber warum fangt er mit VII (7.) an?
was steht in den anderen 6. kapiteln?


@tanja (vesper):

willkommen im forum erstmal!

also die anderen kapitel sind die charakterbeschreibung, die szenen- und dialoganalyse, das vor- und nachwort und halt solche sachen wie anhang, inhaltsverzeichnis und titelblatt^^
wie gesagt, wenn ihr noch andere sachen aus meiner FA lesen wollt, ich kann hier noch was reinstellen^^
flamic
Verfasst am: 13.06.2007, 22:29
Site Admin Anmeldedatum: 10.05.2006 Beiträge: 1152 Wohnort: Rostock
Die Facharbeitist dem POTT nachempfunden, da fehlen halt ein paar Kapitel Wink

Schick mir sonst mal die Arbeit als PDF. Ich stell die dann auf den donnie-darko.de-Server und verlinke sie hier im Forum oder wenn es irgendwo passt auf der Seite.
Donna Darko
Verfasst am: 14.06.2007, 16:12
Anmeldedatum: 23.03.2007 Beiträge: 888
Zitat:
Schick mir sonst mal die Arbeit als PDF.


würd ich gern, aber ich hab null ahnung, wie ich das mache... Rolling Eyes
VespeR
Verfasst am: 16.06.2007, 08:17
Anmeldedatum: 15.05.2007 Beiträge: 5
ja, wär toll wenn wir deine ganze arbeit lesen könnten.
ich find ja schon das 7. kapitel total super ^^
greetz tanja
Donna Darko
Verfasst am: 16.06.2007, 19:01
Anmeldedatum: 23.03.2007 Beiträge: 888
Zitat:
ich find ja schon das 7. kapitel total super ^^


danke danke^^

@flamic: kann ich dir das dokument vllt schicken, dass du mir das dann umwandelst? Wink

nochmal zu meiner FA:
das war so lustig, ich hab nämlich nochmal mit meinem lehrer über sie gesprochen, weil er gesagt hatte, dass wir die noch vor der klasse vorstellen müssen. naja, jedenfalls darf ich den film nicht ganz zeigen und ich hab auch nur ne viertelstunde zeit ... das klappt im leben nicht... aber egal... Rolling Eyes

auf jeden fall war vor mir noch meine freundin, die auch noch was wegen der FA wissen wollte. dann meinte mein lehrer, dass sie die intention des autors vergessen habe. dann guckt er mich so an und meint, dass ich die auch vergessen habe. dann meinte ich, warum ich dann ne 2 und meine freundin nur ne 4 hat. und dann meinte mein lehrer, dass er bei mir den fleiß und den aufwand positiv mitbewertet hat (ich habe 9 seiten zu viel Rolling Eyes ) dann fügte er noch hinzu, dass er drei stunden zur kontrolle der FA gebraucht hat.
dann ich: "wie oft haben sie denn den film geschaut?"
er: "gar nicht!"
ich: "wie, gar nicht?!"
er: "ich hab nur die szene geschaut, die sie analysiert haben!"
ich: "und wie haben sie dann die interpretation verstanden?"
er: "ich hab erst die interpretation gelesen... und da ich einen sohn habe, der sehr filminteressiert ist, hat er sich den sofort geschnappt und angeschaut. dann haben wir hinterher drüber gesprochen und er hat mir das genauso erklärt, wie sie es auch in ihrer interpretation geschrieben haben!"

geil, was?!
ich hab voll schwein, dass der den genauso gedeutet hat wie ich... lol, bei dem film schon n wunder... zumal ich auch bezweifle, dass der sohn die p.o.t.t. gelesen hat... Rolling Eyes

naja, nun ist eh zu spät^^
flamic
Verfasst am: 18.06.2007, 23:03
Site Admin Anmeldedatum: 10.05.2006 Beiträge: 1152 Wohnort: Rostock
Ja, kann ich machen. Kannst Du mir die Arbeit als Word-Datei schicken?
Donna Darko
Verfasst am: 19.06.2007, 12:36
Anmeldedatum: 23.03.2007 Beiträge: 888
schon passiert! Wink

ich hoffe, die ist richtig sortiert, ich hatte nämlich alle teile einzeln und musste die dann noch zusammenwurschteln... Rolling Eyes
Donna Darko
Verfasst am: 27.06.2007, 11:36
Anmeldedatum: 23.03.2007 Beiträge: 888
fertig!
vielen dank an flamic! Very Happy

http://www.donnie-darko.de/fan-art.htm

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