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Thema: Goethes Faust

ohyeah
Verfasst am: 05.08.2006, 17:29
Anmeldedatum: 16.07.2006 Beiträge: 1901 Wohnort: Bankenhausen
1. Thema aus dem alten Forum: Goethes Faust

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Inho
» 16.07.04 16:03 «

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Sind vielleicht Elemente der Gretchen-Tragödie aus Goethes Faust zu erkennen? Die Freundin der tragischen Figur heisst in beiden Fällen Gretchen. Aber nicht mit richtigem Namen. Denn Gretchen in Donnie Darko heisst ja eigentlich anders, wegen ihrem irren Vater. Gretchen im Faust heisst eigentlich Margarete. Des weiteren ist mir aufgefallen, dass parallelen zwischen Mephisto und Frannk bestehen.



Frank
» 16.07.04 16:50 «

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Naja, im Faust ist Gretchen ja wohl die korrekte Koseform für ihren "richtigen" Namen, oder?

Aber das der Name Gretchen nich´zufällig gewählt wurde, ist mir auch schon aufgegangen. Gerade weil sowohl in Faust und Donnie Darko Gretchen eine Person ist, die nicht gerade mit großem Intellekt gesegnet ist.
Faust und Donnie suchen nach dem, "was die Welt im Innersten zusammen hält" oder dem "Masterplan".
Gretchen sucht und versteht sowohl im Faust "Gretchenfrage" und DD "Antiseptics, Joseph Lister etc.! You mean soap ???" nicht viel.
Denke, dass diese Parallele nicht zufällig is.
Was meint denn ihr ???

Liebe Grüße
FRANK




Inho
» 16.07.04 18:05 «

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Danke erstmal. hast recht!



snippet
» 16.07.04 22:26 «

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Allein Franks Satz: "Ich kann alles tun, was ich will, und du auch." weist auf Mephisto hin. Und wie er verleitet er Donnie/Faust, etwas böses zu tun: Das Fluten der Schule, das Abfackeln von Cunninghams Haus etc.
Und immer versichert er ihm: "Sie werden dich nicht finden."



Soylent Gelb
» 21.07.04 17:30 «

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Wieso ist Gretchen nicht mit großem Intellekt gesegnet? Bleiben wir mal bei DONNIE DARKO - will mich nicht auch noch durch Goethes Faust kämpfen *ggg*...



Groschen
» 21.07.04 18:52 «

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Ich denke es gibt noch weitere Parallelen zu Faust

Das Werk ist ja in zwei Teile gegliedert, zum einen die "Fausttragödie" und dann die "Gretchentragödie", Donnie ist schon eine Art Faust, der mehr als nur das natürliche, sprich: auch das übernatürliche wissen will. Da ich Faust grad vor ein paar Monaten gelesen habe, kenn ich den Stoff noch ganz gut. Am Anfang wird seine "Kammer" beschrieben, die genauso dunkel und "verwüsstet" wirkt wie Donnies Zimmer (kann bei einem Jugendlichen natürlich auch ganz normal sein)

Auch Gretchen in Faust hat keine Vater mehr, oder irre ich mich da?! Der ist auch "verschwunden" (oder doch gestorben, weiß es nicht mehr ganz genau)





Thema aus dem alten Forum: Bedeutung des Namens Gretchen? Goethes Faust?

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grinsikleinpo
» 15.05.05 16:30 « Akatarina@web.de

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Hallo, ich bin völlig neu hier, habe mir den Film heute nachmittag nur einmal (auf englisch) angeschaut, viel hier durch gelesen und freu mich über die interessante Diskussion.
Hat jemand 'ne Ahnung, warum Gretchen sich in Gretchen umbenannt hat? Sie hatte doch vorher einen anderen Namen. Sieht jemand vielleicht einen Zusammenhang mit dem Gretchen aus Goethe's Faust? Wenn ich das richtig erinnere, verleitet der Teufel Faust zu allerlei unrümlichen Taten u.a. verführt er Gretchen, lässt sie geschwängert zurück etc. das Ganze endet tragisch. Könnte man die Macht des Teufels nicht auch als ein Parallelunviversum ansehen?





Gullholmen
» 15.05.05 17:20 « gullholmen@arcor.de

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Durchaus denkbar dass Kelly hier auf Goethe anspielt, da die Gretchenfrage ja schon im allgemeinen die Frage nach Religion und Gewissen ist.
Diese Frage stellt sich für Donnie aber nie, da er nicht glauben muss, sondern weiß ...




Masticore
» 16.05.05 15:03 «

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*g* Der letzte Satz erinnerte mich gerade ganz stark an einen anderen Film. Wie ich finde eine der stärksten Szenen:

"Das heißt, ich kann einer Kugel ausweichen?"
"Wenn du soweit bist, wird das Ausweichen nicht mehr nötig sein."

Nachdem ich Donnie Darko gesehen hatte, musste ich bei oben genannter Szene aus Matrix immer an Donnie denken.



Zanderdan
» 18.05.05 12:50 «

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Mal ne andere Frage: was ist denn die Bedeutung des Namens "grinsikleinpo"? Bin ja selber auch nicht mit einem poetischen Netznamen gesegnet, aber dieser scheint mir schon erklärungsbedürftig!

Zu Faust gibt es schon eine Reihe von Beiträgen, benutze doch die Suchen Funktion.

Mir scheinen die Parallelen zu Faust nicht sehr weit zu gehen. Zur Faustfigur gehört einfach der Erkenntniswille, der durch Bücherwissen nicht zufrieden gestellt wird (Hab ich nun, ach, studiert..., ähnlich schon bei Marlowe), das kann ich bei DD nicht entdecken. Themen wie Destruction is creation sehe ich degegen im Faust nicht. Aber anything goes.



Atreyu
» 18.05.05 13:39 «

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Grinsi Kleinpo ist eine Zwergin aus einem Buch von Terry Pratchett...aus welchem weiß ich grad nich genau, auf jeden Fall eins mit der Stadtwache (Ich liebe die Stadtwache bei Pratchet... )



Zanderdan
» 18.05.05 14:05 «

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Aha, siehste, sowas muss man doch wissen, die Bilder, die mir zu "grinsikleinpo" eingefallen sind, waren doch etwas seltsam. Übrigens hatte ich bei "Atreyu" auch erst mit Erschrecken an die Unendliche Geschichte denken müssen, aber der Name leitet sich ja anscheinend von soner HipHop-Truppe her

"That is not a country..."(fb)



fb
» 18.05.05 15:12 «

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@Zanderdan

Themen wie Destruction is creation sehe ich degegen im Faust nicht.


Ich hab's schon mal irgendwo geschrieben: man kann Frank durchaus als Mephisto sehen (des Hasen Kern), seine Bemerkung "Gott liebt seine Kinder" kann auch ironisch gemeint sein ("Wer seine Kinder liebt, der züchtigt sie!").


FAUST:
...
Nun gut, wer bist du denn?
MEPHISTOPHELES:
Ein Teil von jener Kraft, Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.
FAUST:
Was ist mit diesem Rätselwort gemeint?
MEPHISTOPHELES:
Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, daß es zugrunde geht;
Drum besser wär's, daß nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.


Zerstörung ist sein eigenliches Element und trotzdem erschafft er das Gute (d.h. destruction = creation), genau dasselbe kann man vom Hasen Frank sagen.

Alles was Donnie im TU macht (Schule demolieren, Cunninghams Haus anzünden, Alkohol trinken, Gretchen poppen, Frank umnieten, ...) ist Zerstörung und Sünde, zumindest im christlichen Sinne. Trotzdem wird dadurch letztendlich das Gute geschaffen, das PU kann weiterbestehen.




Zanderdan
» 18.05.05 16:03 «

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Ok, destruction is creation, Böses will, Gutes schafft..den Punkt will ich dir zugestehen.

Aber dein Hasenmephisto müsste dann ja auch das Böse wollen, oder Zerstörung, d.h. er müsste Donnie die Schule fluten lassen etc., um ihn oder die Welt am Ende ins Verderben zu führen.

Faust: Gott und Teufel wetten um Fausts Seele. Pakt zwischen Faust und Teufel: der Teufel zeigt Faust die Welt und wenn Faust sagt "Augenblick verweile doch..." gehört seine Seele dem Teufel. Am Ende (von Teil II) steht der Teufel mit leeren Händen da.

Steht Frank/der Hase am Ende mit leeren Händen da? Will er einen ganz anderen Ausgang bewirken? zB indem er Donnie einredet, er könne alles tun, was er will, also auch Gottes Kanal verlassen, was die Welt vielleicht irgendwie zum Einsturz bringt, aber Donnie entscheidet sich dagegen, oder so. Mir fällts schwer, den Hasen als Bösewicht zu sehen. Aber irgenwas böses muss er wollen, sonst ist er kein Mephisto



Atreyu
» 19.05.05 13:58 «

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ja anscheinend von soner HipHop-Truppe her <<<<...*hüstel* Eigentlich ist es ne Metal bis Hardcore-Band....:p

Ich find die Idee garnicht so schlecht, dass Donnie Frank am Ende "überlistet", weil Frank eigentlich etwas böses will....Das würde auf jeden Fall Donnies wahnsinnige Lache am Ende erklären und auch, warum er beim zweiten Mal im Bett liegen bleibt. (Er weiß, wenn er aufsteht, entsteht ein neues TU und Frank hat noch eine Chance)....Allerdings kann ich keine wirklichen Beweise dafür finden, dass Frank etwas böses will, schon allein durch diese Präambel "god loves his children"



claude
» 21.05.05 20:05 «

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hm, Frank will doch (aus Donnies Sicht) etwas böses:
den Tod von Gretchen.
In Roberta Sparrows "Buch" steht ja auch, dass Frank der "manipulatierte Tote" ist und Donnie (dem "manipulierten Empfänger") eine Falle stellen wird.

Eine Falle stellen ist doch böse



Azathoth
» 21.05.05 23:46 «

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ist eine falle, die ein gutes ziel (immerhin die rettung der welt) hat, böse?

hab vor 2 Wochen Deutschabi gemacht, also hier eine kleine Korrektur (auch wenn faust nicht dran war):
Faust und Mephi paktieren nicht, sie wetten nur ("life sucks, du kriegst mich eh nicht dazu, dass ich "verweile doch..." sag"- "topp, die Wette gilt!" )

und zum Bösen allgemein: Mephi z.b. ist Nihilist und entspricht demnach nicht unbedingt der klassischen Teufelsvorstellung, der will Chaos, Schrecken, Qualen etc. (das Übliche halt) verbreiten, Mephi dagegen will das "nichts" (nochmal ein kleiner Einschub: hat wer Safranski gelesen? "was ist nun, wenn das Böse eigentlich das nichts ist?")
wobei wir bei grinsikleinpos Eingangsfrage wären:

Könnte man die Macht des Teufels nicht auch als ein Parallelunviversum ansehen?

Ist in etlichen Filmen so, z.B. in Constantine oder End of Days (von denen ich nicht sonderlich viel halte), Gut und Böse bilden einen Dualismus, jede Seite ist gleich stark.
Vorteil: das Böse in der Welt lässt sich relativ gut erklären (wo Licht, da Schatten usw.)
Trotzdem bin ich eher der Meinung, dass das Böse simpel gesagt ein Mangel an Gutem ist. Beispiel (das ist jetzt von mir selber, das vorige von Menschen abgeleitet, die wesentlich mehr Grips haben als ich, also wenn ihr mir widersprechen wollt, am besten hier ansetzen ):
Das Gegenteil ist nicht immer bestimmbar (ok, das ist nicht von mir, aber die nun folgende Begründung ): eine reine Schwarz-Weiß-Malerei gibt es meiner Meinung nach nicht, alles hat wenigstens einen Funken Gutes in sich und mir fällt nichts ein- meiner Meinung nach wird dies bei DD nicht thematisiert, darum heißt zwar Gretchen Gretchen, aber Frank nicht Mephisto
Gretchen stellt einfach die aus Faust bekannte Figur dar, die auf Anhieb begehrenswerte, sympathische, schlaue junge Frau (ich glaub bei Goethe so um die 15, weiß es nicht mehr genau ), die durch Mitverschulden des Protagonisten umkommt.

So und schon wieder viel länger als ich eigentlich wollte



Zanderdan
» 24.05.05 11:17 «

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Naja, es steht doch Faustens Seele auf dem Spiel und dazu sagt man doch dann gewöhnlich "Pakt" mit dem Teufel.

Der Teufel will nicht Chaos, sondern Seelen fangen. Auch Mephisto will das. Aber will der Hase auch Donnies Seele fangen?

Dazu fällt mir nur folgendes ein: Satan, der schönste der Engel, wird aus dem Himmel gestossen, weil er sagt: non serveam, dh Ich bin nicht bereit zu dienen. Im Sinne des Films könnte man verstehen: Ich bin nicht bereit, meinem Wasserspeer zu folgen. Der Hasenmephisto müsste etwas ähnliches mit Donnie vorhaben, der soll Gottes Kanal verlassen ("I can do whatever I want to, and so can you"). Ünterstützend könnte man vielleicht sagen, dass der Filmtitel "Evil dead" auf die böse Natur der Toten hindeutet, und der Hase gibt sich im Kino als Toter zu erkennen (vielleicht ist Donnie auch schon auf dem bösen Weg, als er an der Kinokasse nicht "Last Temptation of Christ" wählt). Naja. Jedenfalls müsste man weiter annehmen, dass der Hase Gretchen in Donnies Arme treibt, um sie ihm später gewaltsam zu entreissen, in der Hoffnung, dass Donnie dann am Masterplan (also daran dass Gott seine Kinder liebt) zweifelt und seinem Schicksal nicht mehr folgt. Indem er zB Frank eben nicht erschiesst, was dann die Vergangenheit durcheinander bringt. Aber Donnie hat ja in Gretchens Wasserspeer den Himmel, bzw. das göttliche Portal gesehen und weiss, dass alles gut werden wird und fällt nicht darauf herein.

Zu Gretchen: die ist doch im Faust die rechtschaffende und rechtgläubige Unschuld vom Land, die mit allerhand teuflischen Tricks für Faust gewonnen werden muss. Weder ist mir Donnies Gretchen als Unschuld vom Land aufgefallen, noch wird sie vom Hasen verkuppelt. Die Schule zu fluten ist doch sehr indirekt.
Die Mutter von Faustens Gretchen stirbt als Kollateralschaden, von Mephisto vergiftet. Im Film verschwindet die Mutter. Parallele? Aber dann müsste man auch annehmen, dass der Hase die Mutter beseitigt hat, damit Gretchen aus dem Haus flieht und Donnie in die Arme fällt. Möglich, aber reine Spekulation.
Bei Faust verfällt Gretchen dem Wahnsinn und tötet das gemeinsame Kind und geht ins Gefängnis. Mephisto sagt: "...ist gerichtet!" aber aus dem Himmel tönt "...ist gerettet!". Im Film keine Spur davon.

Also, -auch alles wieder viel länger als geplant- ich meine, es reicht nicht, dass nichts unmittelbar dagegen spricht, Gretchen Ross als Gretchen und den Hasen als Mephisto zu sehen, es muss auch einiges dafür sprechen. Und das was mir als pro einfällt ist dann doch hergesucht und passt nur unter Zwang.

Nicht, dass es keinen Spass machen würde, auf solchen Pfaden unterwegs zu sein. Aber im Zweifel gilt: keine Parallele.



THRSTN
» 06.06.05 17:57 «

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Also ich bin neu hier un dhab grad eure interessante Diskussion verfolgt (das Thema fand ich interessant), ich glaube aber, dass du, Zanderdan, den lieben Faust nicht ganz verstanden hast, denn darin geht es ja gerade darum, dass Mephisto nicht nur als konventioneller Teufel das Böse darstellt wie in der landläufigen (und auch von Hollywood aufrechterhaltenen)Teufelsvorstellung, sondern dass er eine äußerst wichtige Funktion in Gottes Plan ausfüllt, nämlich die Menschen stets zu reizen, um sie dazu zu bewegen, Gutes zu tun. Was Mephisto damit bezwecken will, also die Frage, ob er eigentlich böses will oder auch das nichts, ist im Grunde zweitrangig, weil er auch nur ein Mentor des Menschen ist, den die kosmische Kraft (also Gott) dem Menschen zur Seite gestellt hat, um das Gute in der Welt zu bewahren.
Ob Kelly nun an diese Parallelen zwischen Mephisto und Frank gedacht hat, weiß ich nicht, mir erscheint es aber auch so, dass er mit dem Namen Gretchen die Assoziation mit der jugendlichen Unschuld verbindet, die im großen Kampf der kosmischen Kräfte zugleich geopfert und gerettet wird.



Zanderdan
» 06.06.05 18:40 «

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Moment mal, ich sage ja auch nicht, dass Mephisto am Ende vom Faust etwas Böses bewirkt, aber er will etwas Böses, nämlich Faustens Seele (...der stets das Böse will).

Der Hase dagegen scheint mir a) die Welt retten und b) Donnie helfen zu wollen, und das passt mE eben nicht zu einer Mephistofigur.

Worauf ich hinaus wollte war, dass, wer im Hasen einen Mephisto erkennt, auch sagen muss, was der denn Böses im Schilde führen soll. Und das ist auch keineswegs zweitrangig, denn wenn gelten soll Hase=Mephisto, dann muss es doch auch eine Parallele zwischen den beiden geben, oder? Und worin soll die denn bestehen, wenn der Hase gar nichts Böses will.

Und -wie ich schon einmal gesagt hatte- der "klassische" Teufel will Seelen fangen. Mephisto will Seelen fangen. Wieso soll also Mephisto bitte kein "konventioneller" Teufel sein?

Gretchen ist im Faust eine Gegenfigur zu Faust, fromm und vom Wissensdrang unberührt. Im Film ist Gretchen für mein Empfinden Donnie eher ähnlich als entgegen gesetzt.

Blosse Namensgleichheit bei Gretchen reicht mir einfach nicht, um eine Parallele zum Faust herzustellen.





Thyrfing
» 11.06.05 01:40 « k.a.d.kress@t-online.de

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ist es nicht aber so das durch ein trabantuniversum, welches ja hier vorliegt, die welt hätte zerstört werden können (was die aufgabe des hasen ist dies zu wollen auch wenn er böses denkt und gutes tut), ähnlich wie wenn mephisto seine wette gewonnen hätte, denn dann wäre gottes wort gebrchoen und man hätte die bekannte dogma situation "schwarz würde weiß, oben würde unten, kurz gesagt der weltuntergang eintreten".
auserdem reden wir hier von donnie darko und nicht von faust. es wurden meiner ansicht nach bloß teile übernommen und es wurde kein modernes faust geschaffen. genau das hat göthe ja auch gemacht mit faust. er hatte die bekannte faust figur genommen und in einen neuen zusammenhng gebracht als er vorher war.

SLAYER




Thema aus dem alten Forum: Faust

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fox
» 19.04.06 16:52 «

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Moin Moin erst mal
Habe dieses Forum heute zu ersten Mal gesehen und weiß nicht ob das was ich beitragen will nicht schon tausend mal gesagt wurde, also sorry!
Zur Turbinenbroblematik und Gesamtinterpretation wurde ja schon viel gesagt also hier mal was anderes:
Hat schon mal jemand darüber nachgedacht warum Donnies Freundin Gretchen heißt? Also ich glaube, dass Donnie Faust ist und, wie im gleichnamigen Buch von Goethe, Versuchsperson von Gott und dem Teufel ist, wobei Mephisto (Teufel) von Frank im Hasenkostüm verkörpert wird (so ähnlich wie der Pudel im Buch). Dieser versucht nun Donnie (Faust) zu verführen und zwar indem er ihn aus seinem Zimmer ruft bevor die Turbine einschlägt und ihm so dass Leben rettet. Donnie ist nun in einer von Mephisto manipulierten Welt gefangen in der er gewisse Superkräfte hat. In dieser Welt lernt er nun auch Gretchen kennen (und zwar auch auf grund seiner von Mephisto verliehenen Kräfte) und verführt sie so erst einmal zum Bösen und tötet sie letzten endes. Schließlich sieht Donnie (wie Faust) ein, dass dieses Bündniss mit dem Teufel nicht der richtige Weg sein kann und opfert sich, um die Leben von anderen Menschen (vor allem Gretchens) zu retten, die von ihm zerstört wurden und rettet so letztlich auch sich und seine Seele und gleichzeitig das Universum der Menschen, denn er ist ja auch nur der Repräsentant für alle Menschen.

Das wars bis dennn



Tankwart
» 19.04.06 18:19 «

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Wow....
das is mal ne richtig gute Theorie, wär ich nie draufgekommen (ernst, nicht sarkastisch ^^).
Passt zwar nicht ganz mit dem POTT zusammen, allerdings spitzen idee



donnie
» 19.04.06 19:50 «

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wow klasse theorie hat viel mit film gemein



JaRaDa
» 19.04.06 21:30 « jan.gerngross@web.de

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Richard Kelly ist ein Soryklauer!!!!!!!!!!

Newin, jetzt mal im ernst, super Theorie, Wie bist du auf Faust gekommen? Habs noch nich gelesen, aberr da es jetzt ja verfilmt wurde wird das ja nicht mehr nötig sein. Gruss, JaRaDa



raphael
» 20.04.06 14:01 «

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hm nur gehts halt in faust um freiheit in der form und in donnie um sozialkritik, also sind die gemeinsamkeiten nur im plot würd ich sagen



fox
» 20.04.06 20:13 «

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Erstmal dazu das die Faust-Idee nicht perfekt zum P.O.T.T passt, ist eben ne freiere Version der Interpretation in der es nicht so sehr um die direkte Handlung, sondern um die dahinter stehenden Botschaften geht.
Bin nur auch drauf gekommen weil Donnie von den Kanälen Gottes redet und der Hase ja wirklich etwas teuflisches hat und Donnie zu etwas verführt oder sogar zwingt.
Naja und wie kommt man auf den Namen Gretchen für einen Teenager, wenn man dabei nicht an Faust denkt?
Sicher geht es im Film, was ja auch Kelly sagt, haupsächlich um Sozialkritik aber durch die Bezüge auf Gott und den Zwiespalt in den Donnie steht, sich zwischen den zwei Versionen der Realität zu entscheiden, hat es eben vielleicht auch etwas mit Faust zu tun.
Aber es gibt eben immer hunderte verschiedene Interpretationsmöglichkeiten an die der Autor/Regisseur vielleicht nie gedacht hat - das ist ja auch das gute am Film, dass jeder selber eine Botschaft für sich finden kann.



hola
» 10.05.06 10:52 «

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hab gestern den film zum zweiten mal gesehen und musste auch anb faust denken. der name gretchen ist garantiert kein zufall und auch gretchen will ja erst nicht küssen und so weiter...
man könnte da massig parallelitäten finden. faust erscheinen wie donnie auch dämonen.
gretchen ist die unschuld und wird von faust verführt.
das sind doch alles keine zufälle...



RIP 24
» 12.05.06 11:23 «

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die Iluminaten sind unter uns



De Laura
» 12.05.06 19:25 «

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Ja, ich finde die Theorie echt klasse!
Ja, aber ich habe ne FDrage, weiß jemand wie "Gretchen"(also von DOnnie) in echt heißt?
Also nicht Jena Malone, sondern, wie sie normal hieß, sie hat sich ja in Grectchen umbennant.
Mfg
Laura



Aaron Hissting
» 14.05.06 16:11 «

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Wirklich gut erkannt, muss ich sagen. Allerdings passt es, wie schon von Tankwart erwähnt, überhaupt nicht mit POTT zusammen. Kann natürlich trotzdem sein, dass sich Richard Kelly zum Teil von Faust hat inspirieren lassen.



theWhiteRabbit
» 20.06.06 03:19 «

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ja mann!! du hast es 1. würde das erklären warum es gerade ein hasen kostum sein muss(zwei große ohren=2 hörner, wie das allgemeine teufelsbild) und 2. normaaal geht es im film auch um freiheit. gerade in bezug auf diese wird ja unter anderem kritik an der gesellschaft verübt. jeder dieser jungen menschen ist auf seine art in sich selbst oder in den gesellschaftsstrukturen gefangen, also unfrei. sei es die dicke "halt die klappe" frau, der kleine junge der sich wehren will (der dann auf die bühne sum patrick swazygeht), donnie selbst.... die liste ist beliebig fortführbar. und lässt sich auch auf die erwachsenen beziehen. es ist doch auch immer die rede davon, dass alle "gefangene ihrer angst sind" etc. ich mein der schleimscheißer hat ma gar nix zu sagen aber um ihn gehts ja auch nich sondern um die verführung. die verführung zum diabolischen. er schreibt doch auch auf den schulhof "they made me do it" all das nicht umsonst will ich meinen. der film ist schon echt mehr als gut durchdacht. das willen wir doch alle und unter diesem aspekt gewinnt noch viel mehr an bedeutung. ich glaube an keinen einzigen zufall in diesem film, das hat alles seine bedeutung und durch den faust vergleich wird dies nun mal wieder mehr als deutlich... daumen hoch ey.. wirklich



theWhiteRabbit
» 20.06.06 03:27 «

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und wenn ihr mal bei DD sein letzter traum reinschaut dann lässt sich das ganze auch sehr gut in den pott einfügen. bin zwar nicht von all dem überzeugt was da drinsteht, bietet aber auch über gläubige gott und teufel und somit auch faust theorie hilfreiche hinweise......und somit fügt sich mal wieder alles zusammen.....



theWhiteRabbit
» 22.06.06 18:36 «

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EOM



Nietsnie
» 27.06.06 01:14 «

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WOW! Echt respekt! Also hab den Film vorhin angeschaut und die Parallelen mit Faust haben mir wirklich nochmal neue Ansichtsweisen auf de Film erschlossen



pratyeka
» 09.07.06 04:35 « alptraum666@gmx.net

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klingt echt gut
jetzt kann ich mich auch nicht mehr vor dem faust drücken
also mal schauen was das gibt
thx für den tipp


senhor dingdong
» 09.07.06 15:14 «

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@white rabbit - den vergleich mit den Hörnern fand ich recht gut.
Ich möchte hier jetzt zwar nicht, die Freude über diese neue Theorie trüben, trotzdem gibts die schon hier. Ich finds aber gut, dass sie an dieser Stelle nochmal neu aufgerollt wurde, so versteift man sich nicht auf eine Idee, von der man glaubt, dass sie richtig ist.
Itzamná
Verfasst am: 09.08.2006, 09:07
Anmeldedatum: 09.08.2006 Beiträge: 1
Also diese Faust sache ist mir auch schon aufgefallen, aber erstmal Hallöchen da ich neu hier bin.

Erstmal wollte ich sagen dass es AUCH in Faust, zentral in der Gretchentragödie um Sozialkritik geht. Denn wenn man sich ein wenig mit dem Themenkomplex um Faust und Goethe beschäftigt trifft man unweigerlich auf Hinrichtungen von Frauen nach einer von ihnen begangenen Kindstötung auf brutalste Weise ohne das die gesellschaftlichen Umstände der betreffenden Frauen betrachtet wurde. Diese sind für heutige Menschen nur noch schwer nachvollziehbar denn die Situationen solcher Frauen waren meistens, dass sie von Männer geschwängert wurden (und nicht selten geschah dies garantiert auch durch vergewaltigungen), von diesen dann im Stich gelassen wurden und so nun mit einem unehelichen Kind dastanden womit sie gesellschaftlich entgültig abschaum waren und in ganz dunklen Zeiten auch deshalb hingerichtet wurden. Bedeutet der einzige ausweg war es das Kind zu töten und zu hoffen das man damit durchkommt. Man konnte also wählen zwischen Todesstrafe (und hierzu zähle ich jetzt auch mal die Todesfälle durch die durch ein uneheliches Kind ausgelöste Armut) und evtl. Todesstrafe.
Goethe hat sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt und straft mich lügen wenn es nicht stimmt aber ich glaube es kam dadurch dass er selbst so eine Frau zum Tode verurteilen musste. Soviel also dazu das Faust nicht sozialkritisch sein soll.

Das alles hat allerdings in Donnie Darko nicht viel zu melden.
Fakt ist jedoch, dass es in beiden Werken darum geht, dass ein junges Mädchen aufgrund der von dritter Seite beeinflussten Taten eines Mannes/Jungen umkommt. Desweiteren gibt es auch zwischen Frank und Mephisto mehr Parallelen als viele hier denken.
Da wäre die angesprochene Intriganz an sich, einmal abgesehen von ihrem guten oder bösen zweck, die Frank besitzt. Dann die tierische Erscheinungsform, bei der die Ohren gleichzeitig auch als Hörner verstanden werden können.
Hinzu kommt dass Mephisto kein Teufel im eigentlichen sinn ist, denn er ist nicht der gleichwertige gegenspieler Gottes, sondern um das nochmal ein wenig genauer zu erläutern eher ein Geschöpf Gottes, dass den Menschen versuchen soll, für Mephisto selbst zwar zum Zweck des Seelensammelns, im großen Ganzen aber ist seine Funktion die, das er dem Menschen durch seine Versuchung und ihre Konsequenzen zeigt was das gute/göttliche ist.
Bei Frank ist diese Funktion stark abgeschwächt aber im großen und ganzen geht es wie schon gesagt um die ganzen Zerstörungen und Tode die durch sein als destruktiv anmutendes zutun verhindert werden. Das gute das aus dem Bösen entsteht.

Klar sind viele dinge nicht exakt die Handlung oder die ideen des Faust, auch die Kritik die der Film übt ist nicht die selbe, aber dennoch sind meiner Meinung nach zu viele ähnlichkeiten um zu behaupten dass sich Kelly hier nicht einige ideen beim Goethe abgeschaut hat um seine Aussagen zu transportieren. Zumal es in beiden Werken nebenher auch um schicksal und der Beeinflussung desselben geht. Die Frage nach dem freien Willen oder der kompletten Determinierung wird in beiden Thematisiert.
Abschließend würde ich sagen dass viele Dinge in Donnie Darko Motive darstellen die auf Teile der Faust handlung zurückgreifen, sowie Faust viele mythologische Motive verwendet.
Ich für meinen Teil werd mich glaub ich mal hinsetzten und versuchen eine P.o.T.T. konforme Faustinterpretation für DD zu schreiben, bevor ich hier jetzt noch so weiterschreibe und mein Post verschoben werden muss Wink .

Bis denn Itzamná

Ps: Was mir grad allerdings noch als Ähnlichkeit einfällt und noch nicht hier steht sind die zwei Seelen (Frank und Gretchen), die in Donnies Brust wohnen ^^.
ohyeah
Verfasst am: 09.08.2006, 12:16
Anmeldedatum: 16.07.2006 Beiträge: 1901 Wohnort: Bankenhausen
Hallo Itzamná,

Willkommen und danke für Deinen Beitrag!

Als alter verkappter Naturwissenschaftler, würde ich hier an dieser
Stelle, nur allzugerne auf Deine Post eingehen. Zu Faust ...
War es denn nicht so, dass er seine Seele für die Erlangung von
neuem Wissen und der Erkenntnis eingetauscht hat -
und letztlich daran zerbrochen ist?

Donnie (Faust) - Hasenfrank (Mephisto)

Sag mir - wie machst Du das??? - Wie kann ich durch die Zeit reisen???

Du kannst (jetzt) alles was Du willst!!!


Tja, das mit dem Faust ... und der Suche nach der
unter- oder überirdischem Erkenntnis.

Ich frage mich gerade, ob Donnies "Pillen" nicht vielleicht irgendwelche
Halluzinogene waren, mit denen er sich auf die Reise geschickt hat.

Und wenn man dann erst einmal auf den Geschmack gekommen ist
und die Naturgesetze beherrschen und manipulieren kann Confused

Das mit den Drogen ... ist natürlich völliger Quatsch!

Ich meine "Goethe und Drogen" ...

Goethes Faust, das Produkt eines Drogensüchtigen!? Confused

Oder war Goethe vielleicht wie Donnie schizophren? Confused

http://de.wikipedia.org/wiki/Schizophrenie

Fragen über Fragen ... und jetzt höre ich hier mal auf, bevor mich noch
einige für verrückt erklären Wink

Ich habe in einem vorigen Post versucht, eine möglich Querverbindung
zu Hermann Hesses "Demian" herzustellen.

Demian, ist die Geschichte des Knaben Emil Sinclair, der an den Begegnungen mit Max Demian, seinem "Dämon" - den Namen fand Hesse in einem Traum -, sich von seiner Kindheit löst und in den Auseinandersetzungen mit ihm die unendliche Welt seines Innern entdeckt. Durch Pistorius, der wesentliche Züge Dr. Langs trägt, gelingt es, diese eigene Urwelt zu ordnen und zu beherrschen, und indem Sinclair zuletzt seinem stärksten Traumbild, der Sehnsucht zur Mutter, entsagen lernt und seiner nicht mehr bedarf, findet er den Weg zur Freiheit und zu eigener Verantwortlichkeit. Diese Entwicklung wird im Spiegel von Träumen und Bildern erfahren und dargestellt; sie führt, dadurch, daß die innere Symbolwelt ins Bewußtsein erhoben wird, zur Verwirklichung der Persönlichkeit.

Goethe und Hermann Hesse ...

Faust und Demian ...

Donnie Darko ??? Der Faust und Demian des 21. Jahrhunderts ???

Für mich ist die Antwort - ein uneingeschränktes "Ja!"


The Destructor


Die beiden Bücher, kann ich jedem, der sich für das Thema
"Selbstfindung" bzw. "Selbstfindungsprozess" interessiert,
wärmstens empfehlen!

Goethe's Faust:
http://de.wikipedia.org/wiki/Faust_I


Herman Hesse - Demian:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Hesse
http://de.wikipedia.org/wiki/Demian
frank-1988
Verfasst am: 09.08.2006, 21:32
Anmeldedatum: 09.08.2006 Beiträge: 2
Hallo Fans,

wir lesen zurzeit den Faust im Deutsch-LK. Daher möchte ich jetzt auch nochmal meinen Senf dazugeben und auf eine Faust-Parallele eingehen, die bislang (hoffe ich) in diesem Forum unerwähnt geblieben ist:

Die Theodizeefrage

Das ist ja bekanntlich die Frage nach dem Sinn des Leidens der Menschen in Verbindung mit der Frage nach der Allmacht und der Güte Gottes und ein sehr großes Hauptthema vom Faust.

Das offizielle Statement der katholischen Kirche zur Theodizee ist das folgende (jetzt mal grob vereinfacht, dazu gibt´s einen Text, den hatten wir mal in Religion): Jesus musste am Kreuz leiden, auch er sah in seinem Leiden zum Schluss keinen Sinn mehr ("Mein Gott, warum hast du mich verlassen!"). Sein Leiden hatte aber einen Sinn , nämlich die Erlösung aller Menschen, die jetzt wieder ins Paradies kommen konnten. Also muss auch das Leiden der Menschen einen Sinn haben, den wir jetzt allerdings noch nicht erkennen können.

Auch der Tod Donnies sowie das Leid, dass er damit bei sich selbst und bei seiner Familie verursacht, hat einen Sinn , nämlich die Erlösung von Gretchen, Frank und seiner Mutter, die somit nicht sterben müssen. Donnie opfert sich, genau wie Jesus, als Messias für andere Menschen. Der ganze Film ist eine Erklärung dafür warum dies notwendig ist, also warum Donnie und seine Familie am Schluss des Films leiden müssen.

Also ist der Film auch ein Versuch, die Theodizeefrage zu klären, genau wie - und hier schließt sich der Kreis - Goethes "Faust", in dem das ebenfalls versucht wird.

Na, war meine Theorie jetzt zu schräg oder gibt es hier jemanden, der mir folgen konnte und der das möglicherweise genauso sieht?!? Wink
Einherjer
Verfasst am: 14.08.2006, 14:47
Anmeldedatum: 07.08.2006 Beiträge: 22 Wohnort: Niederbayern
Ich finde die Theodizee- und Messiasidee sehr gut .
Ich glaube auch das sich R.Kelly ein wenig an Faust orientiert hat .
DD´s Psychiaterin stellt ihm ja die bekannte "Gretchenfrage"
"Glaubst du an Gott" ( "Sag Heinrich wie hälst du´s mit der Religion " (oder so ähnlich aus Faust))
Was mir als aller erstes beim 2ten mal ansehen ,in der Szene in der sich Frank als Mensch zu erkennen gibt aufgefallen ist , ist die Parallele zur Pudelszene in Faust , in der sich Mephisto zu erkennen gibt .
frank-1988
Verfasst am: 02.09.2006, 20:35
Anmeldedatum: 09.08.2006 Beiträge: 2
Einherjer hat Folgendes geschrieben:

DD´s Psychiaterin stellt ihm ja die bekannte "Gretchenfrage"
"Glaubst du an Gott" ( "Sag Heinrich wie hälst du´s mit der Religion " (oder so ähnlich aus Faust))


Hey waoh, das ist mir noch gar nicht aufgefallen, obwohl ich den Film inzwischen 4 mal gesehen habe. Wär ich nicht drauf gekommen. Respekt! Wink

Einherjer hat Folgendes geschrieben:

Was mir als aller erstes beim 2ten mal ansehen ,in der Szene in der sich Frank als Mensch zu erkennen gibt aufgefallen ist , ist die Parallele zur Pudelszene in Faust , in der sich Mephisto zu erkennen gibt .


^^In wie fern? Meinst du jetzt nur das Ablegen der Hasenmaske als solches als Parallele zum Ablegen der Pudelgestalt?!?

Weil ich finde nämlich, dass die beiden Szenen ansonsten nicht soooo viel gemeinsam haben. Denn Donnie sagt ja im Film einfach nur "Nimm die Maske ab" und dann tut Frank das auch sofort, während Faust lange probiert, den Pudel zu beschwören, bis sich dieser ihm dann endlich offenbart ("Das also war des Pudels Kern"). Daraufhin folgt im Faust ein langer Dialog, in dem sich Mephisto Faust vorstellt ("Ich bin der Geist, der stets verneint...") und Faust Mephisto über alles mögliche ausfragt. In DD ist es ja eher ein kurzes und knappes Frage-Antwort-Spiel, das da zwischen Donnie und Frank stattfindet, nachdem Frank sein Gesicht gezeigt hat. ("Was ist mit deinem Auge?" "Es tut mir leid." usw.)
dark angel
Verfasst am: 09.09.2006, 21:27
Anmeldedatum: 06.09.2006 Beiträge: 17 Wohnort: irgendwo im nirgenwo
juhuuu... mich durch faust (1Teil) gekämpft hab innerhalb von zwei tagen ^^
also was ich hier noch dazu beitragen kann bzw was mir eben aufgefallen ist, ist noch eine parallele und zwar:
In faust opfert sich faust am ende des ersten teils um gretchen zu retten,
in DD stirbt donnie ja und rettet damit auhc gretchen, die somit weiterleben kann.
was sagt ihr dazu?


edit: keiner antwortet wie gemein...... *sich mit der frage quält*
wäre nur schön wenn ich endlich erfahren würde ob ich mit meiner these richtig liege....
dark angel
Verfasst am: 15.09.2006, 09:24
Anmeldedatum: 06.09.2006 Beiträge: 17 Wohnort: irgendwo im nirgenwo
*es nach oben schiebt*
Chapineau
Verfasst am: 15.09.2006, 10:17
Anmeldedatum: 07.08.2006 Beiträge: 13
dark angel hat Folgendes geschrieben:
juhuuu... mich durch faust (1Teil) gekämpft hab innerhalb von zwei tagen ^^
also was ich hier noch dazu beitragen kann bzw was mir eben aufgefallen ist, ist noch eine parallele und zwar:
In faust opfert sich faust am ende des ersten teils um gretchen zu retten,
in DD stirbt donnie ja und rettet damit auhc gretchen, die somit weiterleben kann.
was sagt ihr dazu?


edit: keiner antwortet wie gemein...... *sich mit der frage quält*
wäre nur schön wenn ich endlich erfahren würde ob ich mit meiner these richtig liege....


Ich glaube nicht, dass es in diesem Fall eine "objektive Richtigkeit" gibt. Wenn du diese Parallele ausgemacht hast, dann IST es richtig - zumindest für dich. Dein Gedanke lässt sich nicht 100% widerlegen, und Kelly wird den Faus kennen. Ich persönlich glaube zwar eher nicht, dass er hier eine unmittelbare Parallele zu Faust ziehen wollte, aber wer weiss das schon Wink
dark angel
Verfasst am: 15.09.2006, 12:40
Anmeldedatum: 06.09.2006 Beiträge: 17 Wohnort: irgendwo im nirgenwo
juhuuu... jemand hat geantwortet *freu*
jop is schon klar dass jeder für sich ne meinung eben hat und wenn ich das denke dass es dann 100% für mich stimmt.....
mmh... ob kelly das anspielen wollte.... wir werden es wohl nie wirklich erfahren... vll hat er es wirklihc unbewusst angespielt.
nyo wollte nur wissen ob es vll jemand ejtzt auch auffällt nachdem ich es angesprochen hab....
Chapineau
Verfasst am: 15.09.2006, 13:27
Anmeldedatum: 07.08.2006 Beiträge: 13
dark angel hat Folgendes geschrieben:
juhuuu... jemand hat geantwortet *freu*
jop is schon klar dass jeder für sich ne meinung eben hat und wenn ich das denke dass es dann 100% für mich stimmt.....
mmh... ob kelly das anspielen wollte.... wir werden es wohl nie wirklich erfahren... vll hat er es wirklihc unbewusst angespielt.
nyo wollte nur wissen ob es vll jemand ejtzt auch auffällt nachdem ich es angesprochen hab....


Es ist grundsätzlich ja ein klassisches Motiv, durch seinen Tod andere Menschen im allgemeinen oder einen geliebten Menschen im speziellen zu retten.
Obwohl ich DD im letzten Jahr immerhin satte 7 mal gesehen habe, und Faust 1 seinerzeit in der Schule intensivst behandelt habe (aber gut, das ist lange her....), kam ich nicht auf die Idee, konkrete Parallelen zu ziehen. Aber wenn ich mir diesen thread so durchlese, dann KANN man sie sicherlich ziehen. An den Haaren herbeigezogen erscheint der Vergleich gewiss nicht.
Nichts ist ein Zeichen - ausser, es wird zu einem erklärt Wink
LOKI
Verfasst am: 03.08.2007, 19:34
Anmeldedatum: 03.08.2007 Beiträge: 3
Ich denke es besteht eine Paralelle zu Faust, doch sollte man sich nicht so auf Goethe versteifen. Es gibt ja viele, sehr viele Faustfassungen und geschichtdeutungen usw. und sicher sind auch verschiedene Versionen nach Amerika ausgewandert. John Steinbeck hat meines Wissens nach auch einen Faust geschrieben. Ich denke das für den Film, der Fauststoff als ganzes als Inspiration genommen wurde, dass die groben Deutungen bis jetzt richtig sind, aber auch, dass es wenig sin macht für jedes Element des Films ein Äquivalent im Buch zu suchen.

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